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Vorgeschichte und Anfänge von DTH

Die Vorgeschichte und die Anfänge der toten Hosen

„ZK“ (Zentralkomitee für hemmungslosen Pogogenuss) ist die Vorband von den „Toten Hosen“. Eigentlich hießen sie „ZK Stadtmitte“, das war aber auf Dauer zu lang, deswegen wurde es zuerst von den Stadtmagazinen gekürzt Konzertankündigungen auf „ZK“.

Zunächst hatten sie noch keinen Namen und verstanden nicht viel davon, Musik selbst zu machen. Im „Rock on“ hatte Campino nach einer Band gesucht und Ingo und Isi, hatten nach einen Sänger gesucht. Nachdem beide ihre Nummer bei dem Plattenladen hinterlassen hatten und miteinander telefoniert hatten, verabredeten sie sich im Plattenladen. Damit waren sie ein Gitarrist (Ingo), ein Bassist (Isi) und ein Sänger (Campino).

Sie probten im Keller vom „Ratinger Hof“, wo auch die „Mittagspause“ probte. Im Keller von der Band „Male“, einer Band der ersten Stunde im „Hof“, durften sie auch gelegentlich üben. Später zogen sie um, in einen Keller vom „Kleinkittelbacher Kleingärtnerverein“.

Bis Claus „Fabsi“ Fabian kam, hatten sie weder eine Begleitung zur ihrer Musik, noch irgendeinen Plan von dem, was sie da taten. Fabsi kam zum Probenraum, da er vorher von seiner Schwester erfahren hatte, dass der Freund ihrer Freundin eine Band hat und einen Schlagzeuger sucht. Im Probenraum saßen Isi, Dieter, Ingo, Campino und Andi. Fabsi beherrschte das Schlagzeug spielen nur mäßig, besorgte sich aber trotzdem ein Schlagzeug, obwohl er eigentlich die Bass-Gitarre haben wollte. Claus Ritter von „Male“ hat ihm die Grundbegriffe beigebracht, aber den ersten Auftritt von „ZK“ dann doch lieber selbst gespielt. Fabsi stieg dann beim Sauhatz-Festival im „Okie-Dokie“ mit ein.

Er war zwar ein paar Jahre älter als die Anderen, hatte aber noch weniger Ahnung von der Musik als sie. Von da an ging es erst richtig los. Sie hatten auf einmal alles, was richtige Stars auch hatten. Doch bei dem ersten Auftritt konnte Fabsi immer noch kein Schlagzeug spielen und Campi nicht singen. Er sollte danach eigentlich gefeuert werden, bekam aber noch eine Schonfrist bis nach dem nächsten Konzert. Nach diesem miserablen Auftritt ging John (der ältere Bruder von Campi) mit ihnen Kaffee trinken und nahm sie schonungslos Auseinander.

Andi war irgendwie der beste Freund von Campi und sollte eigentlich auch in die Band einsteigen, doch er ging dann ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika und somit war dies erst mal hinfällig.

Für kurze Zeit hatten sie eine Gitarristin, sie schmissen sie jedoch schnell wieder raus. Sie sollte sich im „Ratinger Hof“ um die Bühnen-Deko kümmern, weil sie vor den „Fehlfarben“ spielen wollten. Beim Auftritt waren dann plötzlich überall Blümchen auf der Bühne und sie trug ein Micky-Maus T-Shirt mit Knoten drin. Sie wollte auch nie mit ihnen wegfahren, wenn sie ihre Tage hatte und somit setzten sie immer den Gitarristen von den „Bazookas“ ein. Dieser sprach mit Kuddel, als er nicht mehr mitspielen konnte und „ZK“ daher einen Gitarristen suchte. Kuddel spielte bei ihnen vor und obwohl er nicht mehr wusste, als das Kabel in die Box musste und die Lautstärke auf volle Pulle zu stellen waren, wurde er von ihnen genommen.

Campi wollte nie den Helden markieren, deswegen ist er immer in ganz normaler Kleidung zum Auftritt gegangen und hat sich nicht irgendwie aufgestylt. Er blieb auch oft vor der Bühne stehen, weil er auf der gleichen Ebene wie die Zuschauer sein wollte. Natürlich hat ihn da keiner richtig wahrgenommen. Sein Bruder John nahm ihn dann wieder mal in die Mangel und erklärte ihm, dass das so nicht geht, weil die Leute eine Show sehen wollen und nicht sehen wollen, wie er wirklich ist.

Das war hart für Campi, denn er musste feststellen, dass du nicht du selbst sein kannst, wenn man auf einer Bühne steht. Man ist ein Teil einer Inszenierung. Er wäre nie eine „Hose“ geworden, wenn ihm die anderen nicht noch eine Chance gegeben hätten.
Manchmal packte Campi auch seine Trompete aus oder gab dem Publikum eine Zaubervorstellung zum Besten. Vor den Auftritten trank er auch schon mal ein paar Flaschen Bier, damit er seine Nervosität nicht mehr spürte. Er ist auch immer vor der Show ins Publikum gegangen, um ein Feeling für die Halle und die Leute zu kriegen.

Sie gaben auch Punkkonzerte für Kinder, bei denen Leute über 18 nur mit Begleitung eines Kindes rein kamen. Sie ließen sich mit Torten bewerfen und spielten die Reise nach Jerusalem. Alles war ein ziemliches Chaos, aber wenn die richtigen Leute dabei waren, wurde der Abend richtig cool. Doch bei fast jeden zweiten Abend war das Publikum nicht so drauf wie sie und der Abend wurde nicht wirklich ein Erfolg.

Sie hatten in den drei Jahren Bandgeschichte öfters in Berlin, Bremen und Hannover gespielt als in Düsseldorf. Campi hatte auch mal bei einem Gig in Erding vorher die Seite 177 aus dem Telefonbuch rausgerissen und den Rest ins Publikum geschmissen. Er sagte dann an, dass der, der die Seite 177 finden würde, 3 Bier bekommen würde. Da haben sich tatsächlich Hunderte von Punks um das blöde Telefonbuch geprügelt. Campi wollte sogar damals in Köln in eine Steppschule gehen, damit er auf der Bühne mit Anzug und Hut steppen konnte. Deshalb wurde er ab dann nicht nur Campino, sondern „Der große Campino“ genannt.

Dadurch, dass Campi vor den Auftritten jede Menge Bier trank, sah er auch immer dementsprechend fertig aus. Wenn er dann in irgendeiner Ecke saß und die Fans in bedauerten und er sie nach einem Fünfer fragte, haben sie nicht schlecht gestaunt, wenn sie ihn dann später auf der Bühne sahen.

Die erste LP nahmen sie auf einem Vierspur-Toaster auf. Konzerte gab es auch meistens nur am Wochenende, weil alle außer Fabsi noch zur Schule gingen. Nach den Konzerten übernachten sie immer bei wildfremden Leuten, die auch nach der Übernachtung nicht mehr ihre Freunde sein wollten.

Doch Campi hatte irgendwann keine Lust mehr die Sache mit „dem Großen Campino“ und dem Zauberkasten zu machen. Und auch nicht zu singen und vorne den Deppen zu machen. Er war meisten nur noch total angetrunken auf der Bühne. Bei einen Konzert in Würzburg sind sie mal mit der Bühne eingekracht. Campi ist dabei auf seine Trompete getreten und hat sie dabei so entstellt, dass er einen Heulkrampf bekam.

Das war für ihn das Zeichen, es besser sein zu lassen. Es musste aber eine Abschiedstournee von „ZK“ geben. Sie fand im Herbst und Winter 1981/82 statt. Es wurde auch eine Live LP „Leichen pflastern ihren Weg“ raus gebracht, wo ein Zusammenschnitt von übelsten Kassettenaufnahmen zu finden war. Sie ging durch verschiedene Häuser und trafen überall nicht nur Fans, sondern auch alte Bekannte, die sie irgendwo mal kennen gelernt hatten. Es war die allererste richtige Tournee ihres Lebens. Auch wenn das Geld manchmal noch nicht mal für die nächste Tankfüllung reichte.

Ihr Abschiedskonzert spielten sie im „Okie Dokie“ in Neuss. Sie nahmen so viel Geld ein, dass sich zumindest das Minus in ihrer Kasse etwas verringern konnte. Während der Tour begleitete sie Trini (der bei „KFC“ gesungen hatte und auch etwas Schlagzeug spielen konnte), um die Tour zu dokumentieren. Er war auch der Älteste, aber noch verrückter als sie alle zusammen. Trini, Andi, Campi und Kuddel waren dann bei der neuen Band ab 1982 dabei. Jochen Hülder wurde ihr Tourmanager. (Jochen hat 1978 bereits sein erstes Konzert organisiert. Er kam mit „ZK“ zusammen, als Fabsi ihn anrief und fragte, ob er für ein Konzert von „Abwärts“ im „Haus Blumenthal“ noch eine Vorband gebrauchen könnte. Später haben Fabsi und Campi ihn dann gefragt, ob er die Abschiedstournee organisieren wollte.)

Damit waren erst mal die ersten Wurzeln der „Hosen“ gesetzt. Obwohl die Vier eigentlich eine riesige Big Band gründen wollten, kam doch alles ganz anders.

Es gab dann noch einen Walter November, der damals der dritte Gitarrist war. Doch er beherrschte sein Instrument überhaupt nicht. Also stand er eigentlich nur so zur Zierde da, und wenn das Kabel dann doch mal aus dem Verstärker flog, stöpselte es auch keiner mehr ein. Walter wusste dass und hatte Angst, dass er erwischt wird. Doch er stieg dann aus, als er zu den Zeugen Jehovas ging.
Von da machte Breiti den Part, den Walter eigentlich machen sollte. Trini hatte Breiti auf dem Video des Abschiedskonzerts als Fan gesehen, der alle Lieder mitgrölte. Er war zufällig ein Freund aus Campis Klasse. Breiti wurde in den Proberaum (der eigentlich Trinis Pseudo-Loft war => einem Fabrikanbau im Hof) zum Vorspielen eingeladen.

Bevor sie auf ihre erste Tour fuhren, waren Campi und Breiti auf Klassenfahrt in Glasgow. Campi war mit ihm auf einem Zimmer und machte sich die ganze Zeit einen schönen Tag. Doch Breiti ackerte die ganze Zeit, um die Akkorde ihrer ersten Stücke zu lernen. Am Ende hatte er zwar nichts von Glasgow gesehen, hatte aber alle Stücke des frühen Hosen-Programms drauf und konnte mit auf Tour gehen.