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Die Politische Meinung

...der Toten Hosen erklärt...

... an dem Lied: "Sascha... ein aufrechter Deutscher":

Der Sascha, der ist arbeitslos,
was macht er ohne Arbeit bloß?
Er schneidet sich die Haare ab
und pinkelt auf ein Judengrab.
Zigeunerschnitzel, das schmeckt gut,
auf Sintis hat er eine Wut,
er isst so gern Chevapcici,
Kroaten mochte er noch nie.

Der Sascha, der ist Deutscher,
und deutsch sein, das ist schwer.
Und so deutsch wie der Sascha,
wird Abdul nimmer mehr.

Er kennt sogar das Alphabet,
weiß, wo der Führerbunker steht.
Nein, dieser Mann, das ist kein Depp,
der Sascha ist ein deutscher REP.
Er ist politisch informiert
und weiß, dass jeder Fremde stört,
und auch sein treuer Schäferhund
bellt jetzt nicht ohne Grund.

Denn der Sascha, der ist Deutscher,
und deutsch sein, das ist schwer.
Und so deutsch wie der Sascha,
ist man nicht nebenher.

Jetzt lässt er die Sau erst raus
und geht zum Asylantenhaus,
dort schmeißt er eine Scheibe ein,
denn jeder Neger ist ein Schwein.
Dann zündet er die Bude an,
ein jeder tut halt, was er kann.
Beim Thema "Deutsche Gründlichkeit",
da weiß er voll Bescheid.

Ja der Sascha, der ist Deutscher,
und Deutsch sein, das ist schwer.
Wer so deutsch wie der Sascha ist,
der ist sonst gar nichts mehr. Vor gut 50 Jahren
hat's schon einer probiert.
Die Sache ging daneben,
Sascha hat's nicht kapiert.


Sobald man den Titel des Liedes hört, denkt man, dass es ein Lied von einer rechten Band sei. Doch hört man sich das Lied bis zum Schluss an, hört man an die Zeilen: „Vor gut 50 Jahren hat's schon einer probiert. Die Sache ging daneben, Sascha hat's nicht kapiert“, somit ist klar, dass es ein Lied von der Gegenfraktion ist. Es ist nicht für, sondern gegen Rechtsradikalismus.

Es wurde das erste Mal im Dezember 1992 bei dem „Heute die, morgen du“ – Konzert gegen Fremdenhass gespielt. Ca. einen Monat später bekamen sie für das Lied eine Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung. 1992 erscheint die Single. 1993 kommt das dazu gehörige Album „Kauf mich!“. Single und Album hatten großen Erfolg.

Bei dem Verkauf kamen 1.000.000 Mark zusammen die dem „ Düsseldorfer Appell gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ gespendet wurden. Der Vorstand der Düsseldorfer Republikaner versuchten den Text verbieten zu lassen. Doch ohne Erfolg. Der Staatsanwalt ließ erst gar keine Klage erheben, mit der Begründung, dass der Song zur Deeskalation der Gewalt beitragen würde und die Republikaner müssten sich den Zusammenhang mit Depp und Rep. gefallen lassen.

Die „Hosen“ bekamen zahlreiche Drohbriefe von Rechtsradikalen und auch die Sender, bei denen sie eingeladen waren, wurden bedroht. „In einigen Fällen ging es so weit, dass wir Angst hatten, sie würden uns wieder ausladen“ sagte Breiti. (Zitat: Punkrock made in Germany von Andrea Müller)

Den Text haben sie in verschieden Zeitungen abdrucken lassen. Campi war stolz drauf, dass der Text so gut durchgelesen und verstanden wurde. Aber er war damals nicht bereit den Text zu ändern. Einige Zeitungen stellten den Text nicht aus und einige Radiosender spielten „Sascha“ eher selten, da der Text auch missverstanden werden konnte.

Die „Hosen“ haben schon oft mit dem Thema Rechtsradikalismus und ihren Anhängern zu tun gehabt. Das ist ein Grund warum auf Konzerten keine Skins dürfen. Obwohl auch Punks immer wieder faschistische Symbole zeigen, unterscheidet sich die politische Grundidee von den Punks völlig von der der Skins.

Heute werden die Skins von rechtsradikalen Gruppen unterstützt, so dass sich somit ein unüberschaubares Netz über ganz Deutschland spannt. Gegen Leute, die sagen, dass der ganze „Rechtsterror“ in der Bundesrepublik nicht so schlimm sei, wehren sich die „Hosen“. Auf die Multi-Kulti-Gesellschaft zählen die „Hosen“, denn die hat Deutschland verändert.

1991/92 bewegten einige rechtsextreme Terroranschläge gegen Ausländer in ganz Deutschland. Deshalb griffen die „Hosen“ bei verschiedenen Antifa-Veranstaltungen ins Geschehen ein. Den „Hosen“ wurde auch von einigen Medien vorgeworfen, es sei nur eine Strategie, weil früher die „Hosen“ für Chaos und Spaß standen. Von der „TAZ“ wurde ihnen vorgeworfen, sie würden den Punk „Weizsäckerisieren“. Damit waren die „Hosen“ den Medien nicht mehr radikal genug.