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des Punk

Die "Sex Pistols"

1976 wurde die englische Queen mit dem Lied „God save the Queen“ von den „Sex Pistols“ der Lächerlichkeit preisgegeben. Das Lied mischte nicht nur die feine britische Gesellschaft, sonder auch die britische Musikszene auf. Das passte u. a. dem Produzenten und Komponisten Giorgio Moroder gar nicht, der gerade einen neuen Star, die amerikanische Sängerin Donna Summer heraus brachte, aber nicht jeder Lust hatte, sich im Takt der Disco Queen und ihren Anhängern zu bewegen. Ganz im Gegenteil: Es entstand eine neue Musik, der „Punk“. Von da an schepperte es Furcht erregend aus den Übungskellern in London. Noch bevor jemand die Anhänger dieser Musik beschimpfen konnte, nannten sie sich selbst „Punks“, das auf Deutsch so viel heißt wie: Abfall, Müll, Dreck, Abschaum. Diese Punks hatten die Nase voll von den Versprechungen der britischen Regierung, weil sie täglich sehen konnten, was daraus wurde: Die Arbeitslosigkeit wuchs immer mehr, vor allem unter den Jugendlichen war sie besonders hoch.

Wie zu der Zeit in allen Branchen, sah es auch in der Musikbranche nicht anders aus: Sie wurde von Rock ’n’ Roll, Disco und ein paar amerikanischen Plattenfirmen beherrscht, die seit Jahren langweilige oder schlechte Bands produzieren, die aber eine sichere Geldquelle für die Vinylindustrie darstellen. Die Musikagenten hörten sich die neuen musikalischen Talente gar nicht erst an, andere Stile, neue Einflüsse wurden im Keim erstickt. Das, was die meisten Musiker unter den Punks damals in den Clubs der britischen Hauptstadt produzierten, war eine seltsame Mischung aus weitgehend ungezügeltem Zorn und handwerklichem Unvermögen. Sie waren aber trotzdem eher stolz darauf, Amateure zu sein, als sich von dieser Bezeichnung beleidigen zu lassen. Für sie wurde die Musik als Möglichkeit gesehen, ihre Gefühle auszudrücken.

Aber der ursprüngliche Punk existierte nur 9 Monate, danach spaltet er sich in viele Untergruppen auf. Diese 9 Monate, die Anfänge des Punks, waren ein Riesenspaß. Endlich konnte man alles, was bisher wichtig war, über den Haufen werfen. Man konnte zugeben, dass einem alles egal war. Die neuen Punkbands gaben sich verrückte und ausgefallene Namen wie Nippel Erectors (Brustwarzenaufsteller), The Snivelling Shits (Shit-Schnupfer) oder Raped (Vergewaltigt). Diese brachten eine Single namens „Pretty Pink Paedophiles” (hübscher rosa Kinderschänder) raus. Mit den „Sex Pistols“ waren auch die „Ramones“, Richard Hell und Johnny Thunders die ersten Punklegenden.

Die „Sex Pistols“ hassten die Queen. Sie waren niederträchtig, heroinsüchtig und musikalisch gesehen total schlecht. Aber trotzdem waren sie die Urväter des Punks. Sie mieteten sich kleine Säle, zahlten mit ungedeckten Schecks, machten heftig Reklame, verkauften Eintrittskarten und verschwanden dann von der Bildfläche. Aber jeder stellte sich die Frage: „Wer sind die „Sex Pistols“ eigentlich?“

Ihren Namen bekamen sie von ihrem Manager, der den Namen auf einen T-Shirt las, dass er in seinen Laden verkaufte.

Am 8.10.1976 unterschrieben sie ihren ersten Plattenvertrag bei der EMI. Bei ihrem ersten Fernseh-Live-Interview, hatten sie noch nie eine Bühne von oben gesehen. Der Interviewer machte dann eine dumme Bemerkung über die Freundin des Schlagzeugers Steve Jones, und schon war der Skandal perfekt. Das muss das allererste Mal gewesen sein, dass jemand im Fernsehen „Fick dich ins Knie, du alter Bock“ gesagt hatte. Vor Wut zertrümmerte ein Fernsehzuschauer seinen Fernseher. Der Fernseher war kaputt und die „Sex Pistols“ berühmt.

Ohne dass sie je eine Platte gemacht hatten, machte die englische Zeitung „SUN“ ihre Musik runter. Als erstes bestand die Band aus Glen Matlock (Bassist), John „Johnny Rotten" Lydon (Gesang), Paul Cook (Gitarre) und Steve Jones (Schlagzeug). Glen Matlock wurde 1977 durch John Simon „Sid Vicious“ Ritchie ausgewechselt. Doch es war am Anfang gar nicht leicht, irgendeine Musik zu machen.

Voller Hoffnung endlich mal die „Pistols“ zu sehen, stürmten die Fans immer noch in leere Hallen. Doch dann beschloss der Manager Malcolm McLaren am 1.12.1976 sie dann doch auf das Publikum loszulassen. Der erste Auftritt dauert 5 Minuten, danach waren alle betrunken und Steve Jones noch gar nicht aufgetaucht.

Kein Konzert von ihnen dauerte länger als 10 Minuten, denn entweder hatten sie keine Lust mehr oder sie waren betrunken. Ihre allererste Single „Anarchy in the UK“ hatte riesigen Erfolg und verkaufte sich gut. Nachdem dann bei fast jedem Konzert der „Pistols“ ein Zuschauer heraus getragen werden musste und auch kräftig geprügelt wurde, wobei die Band selbst mitmischte, wurden sie von ihrer derzeitigen Plattenfirma „EMI“ gekündigt. Was zuerst kein Problem war, da Pistols-Manager Malcolm McLaren wenig später eine neue Plattenfirma „A&M“ gefunden hatte. Als öffentlich gemacht wurde, dass die „Pistols“ nun bei dieser Plattenfirma unter Vertrag seien, waren alle anderen, die bei diesem Label unter Vertrag genommen waren, strikt dagegen und somit trennte sich die Firma wieder von den „Pistols“. Sie wechselten schließlich zu „Virgin“. Da brachten sie „God save the Queen“ heraus. Diese Scheibe verkaufte sich sehr gut. Ihr erstes Album „Nevermind the Bollocks Here’s the Sex Pistols“ wurde auch bei „Virgin“ heraus gebracht und obwohl manche Plattenläden sich weigerten sie zu verkaufen, verkaufte auch sie sich sehr gut. Trotzdem hielt die Plattenfirma ihre Begeisterung in Grenzen und im Januar 1977 wurden die „Pistols“ schließlich auch dort rausgeworfen. 1978 drehten sie den Film: „Der große Rock ’n’ Roll-Schwindel“. Dieser zeigte ziemlich deutlich, dass es ihnen von Anfang an darum ging, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Sie setzten nach einer geheimen Tour an, Amerika zu stürmen. In Memphis/USA hatten sie ihren letzten gemeinsamen Auftritt. Bei diesen zertrümmerte Sid seinen Bass auf den Kopf eines Zuschauers. Er verschwand am nächsten Tag. Johnny Rotten wurde rausgeschmissen. Die übrig gebliebenen zwei, Paul Cook und Steve Jones, gingen nach Brasilien, um den berühmten englischen Posträuber Ronald Biggs zu treffen. Bei ein paar Auftritten ersetzte Biggs Rotten und Sid Vicious wurde durch einen älteren Mann ersetzt, der in einer SS-Uniform auftrat. „Public Image Limited“ wurde dann von Johnny Rotten gegründet, die sich auf demselben Niveau wie die „Pistols“ bewegten. Sid ging dann nach New York und verlobte sich mit der Striptänzerin Nancy Spungen, die er eines Nachts in einem Hotel erschlug, als er im Drogenrausch war. Daraufhin kam er in den Knast und wurde gegen Kaution wieder entlassen. Am 2. Februar 1979 starb er an einer Überdosis Heroin. (Flim: "Sid and Nancy")

1996 versuchten sie ein Comeback und gaben mit ihrem ursprünglichen Bassisten Glen Matlock eine kleine Tour, die aber gar nicht gut ankam, denn die Konzerte waren so gut, dass die Tomaten und das Bier nur so flogen.

Zum 50. Thronjubiläum der Queen meldeten sie sich wieder zu Wort: Sie brachten die 25 Jahre zuvor erschienene Skandalsingle „God Save The Queen“ erneut heraus. Sie landete auch diesmal in den Top 10 der UK-Charts. Zu diesem Anlass brachten sie auch gleich das Album „Jubilee“ und ein 3-Box-Set heraus, wo unter anderem vorher noch nie veröffentlichte „Pistols“ Fotos dabei waren.